Regionen mit einem hohen Wohnungseinbruchsrisiko

Wohnungseinbruchsrate
Es gibt kreisfreie Städte und Landkreise, in denen letztes Jahr bis zu 30-mal mehr Wohnungseinbrüche in Relation zur Anzahl der Einwohner verübt wurden als in anderen, wie aus einer aktuellen Statistik des Bundeskriminalamtes ersichtlich ist.

Die jüngst veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik weist unter anderem die Anzahl der Wohnungseinbrüche pro 100.000 Einwohner für alle 401 Kreise, kreisfreie Städte und Landkreise aus. Dabei wird deutlich, dass in einigen Regionen die Gefahr, Opfer eines Wohnungseinbrechers zu werden, um einiges höher ist als in anderen. So hat die kreisfreie Stadt Krefeld die höchste und der Landkreis Passau die niedrigste Wohnungseinbruchsrate. Im Detail ist das Risiko, in Krefeld Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden, über 30-mal höher als im Landkreis Passau.

Zwar ist letztes Jahr laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik 2020 (PKS 2020) in Deutschland die Zahl der Wohnungseinbrüche im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen, nämlich von 87.145 auf 75.023 entsprechende Straftaten.

Allerdings ist das Risiko, Opfer eines Wohnungseinbrechers zu werden, nicht in allen Regionen gleich hoch. Dies zeigen die regionalen Wohnungseinbruchsraten, also die Anzahl der Wohnungseinbrüche in Relation zur Einwohnerzahl einer Region. Deutschlandweit wurden 2020 pro 100.000 Einwohner 90 Wohnungseinbruch-Diebstähle polizeilich gemeldet.

Regionen mit den niedrigsten …

Die niedrigste Einbruchsrate weist der Landkreis Passau in Bayern aus. Hier wurden 2020 lediglich insgesamt sechs Wohnungseinbrüche und damit rund acht Einbrüche pro 100.000 Einwohner gemeldet. 2019 waren es mit insgesamt 27 derartigen Delikten, was 14 Wohnungseinbrüchen pro 100.000 Einwohner entspricht, noch deutlich mehr.

Geringe Einbruchsraten gab es auch in den bayerischen Landkreisen Rhön-Grabfeld, Freyung-Grafenau und Neuburg-Schrobenhausen mit jeweils rund zehn Wohnungseinbrüchen pro 100.000 Einwohner. Ebenfalls niedrig sind die Einbruchsquoten in den Landkreisen Lindau (Bodensee) und Main-Spessart mit elf Wohnungseinbrüchen je 100.000 Einwohner.

Auf Platz sechs bis 13 der Regionen mit den niedrigsten Einbruchsraten lagen die kreisfreien Städte Passau mit 13 und Kaufbeuren mit 14 sowie die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Oberallgäu, Neustadt an der Waldnaab, Ostallgäu und Günzburg mit je 15 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner.

… und den höchsten Einbruchsraten pro 100.000 Einwohner

Die höchste Wohnungseinbruchsrate gab es letztes Jahr dagegen in der kreisfreien Stadt Krefeld mit 254 Wohnungseinbrüchen pro 100.000 Einwohner. Die Einbruchsrate lag in Krefeld damit sogar höher als im Vorjahr mit damals 222 Wohnungseinbrüchen pro 100.000 Einwohner. 2019 war noch die kreisfreie Stadt Bremen mit 278 Einbrüchen je 100.000 Einwohner die Region mit der höchsten Wohnungseinbruchsquote. Insgesamt war damit die Wohnunseinbruchsquote in der Stadt Krefeld 30-mal höher als im Landkreis Passau.

Auf den Plätzen zwei bis acht der höchsten Wohnungseinbruchsraten lagen in 2020 die kreisfreien Städte Bonn mit 245, Bremerhaven mit 222, Bremen mit 221, Düsseldorf mit 213, Oberhausen mit 209, Duisburg mit 197 und Berlin mit 193 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner. Danach folgen der Kreis Aachen mit 189, die kreisfreien Städte Essen mit 188, Hamburg mit 186, Köln mit 183 und Nienburg (Weser) mit 182 Wohnungseinbrüchen je 100.000 Einwohner.

Wohnungseinbruchsrate

Dahinter folgen die bereits genannte Stadt Bremerhaven, die in 2015 noch die mit Abstand höchste Wohnungseinbruchsquote aufwies, sowie Hamburg mit 420,2 und Leverkusen mit 412,9 Wohnungseinbrüchen pro 100.000 Einwohner. Ebenfalls zu den zehn kreisfreien Städten und Landkreisen mit den höchsten Wohnungseinbruchsquoten gehörten Essen, Düsseldorf, Mühlheim an der Ruhr, Herne und Leverkusen mit zwischen 380,7 und 412,9 Wohnungseinbrüchen je 100.000 Einwohner.

Zum Teil deutliche Veränderungen innerhalb der Regionen

Die größte Verschlechterung hinsichtlich der Wohnungseinbruchsrate gab es in der kreisfreien Stadt Coburg und im Landkreis Bayreuth. In Coburg wurden 2019 sieben, in 2020 dagegen 29 Wohnungseinbrüche je 100.000 Einwohner polizeilich registriert. Das entspricht einer Steigerung um 302 Prozent. In Bayreuth lag die Wohnungseinbruchsrate vorletztes Jahr bei zehn und letztes Jahr bei 26, was einem Plus von 170 Prozent entspricht.

Anteilig die höchste Reduktion hinsichtlich der Wohnungseinbrüche je 100.000 Einwohner wiesen dagegen die kreisfreie Stadt Passau und der Landkreis Main-Spessart auf. Die Stadt Passau wies 2020 gegenüber 2019 eine Abnahme der Wohnungseinbruchsrate um fast 77 Prozent auf, nämlich von 57 auf 13 Einbrüche pro 100.000 Einwohner. Bei der Region Main-Spessart reduzierte sich die Wohnungseinbruchsquote von 40 auf elf Einbrüche je 100.000 Einwohner und damit um knapp 73 Prozent.

Tipp: Bundesweit erhalten Hausbesitzer, aber auch Mieter, die den Einbruchschutz ihres Eigenheims verbessern, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, auf Antrag Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Regionale Förderprogramme gibt es diesbezüglich auch in den Bundesländern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

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Marcus Chantraine

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