Hypertonie: Wann der Blutdruck zu hoch ist

hypertonie
Wer unter Bluthochdruck leidet, hat ein erhöhtes Risiko für schwerste Folgeerkrankungen von Durchblutungsstörungen bis hin zum Herzinfarkt oder Schlaganfall. Das Tückische an einem zu hohen Blutdruck ist jedoch, dass er meist symptomlos ist.

Etwa jeder dritte Erwachsene leidet hierzulande an einem vom Arzt festgestellten Bluthochdruck. Bei den ab 60-Jährigen ist es sogar mehr als die Hälfte. Dabei ist die Dunkelziffer noch erheblich höher. Da ein auf Dauer zu hoher Blutdruck unbehandelt sogar zur Lebensgefahr werden kann, ist es wichtig, seine Blutdruckwerte regelmäßig zu überprüfen.

Mithilfe des Blutes werden alle Körperregionen Im Herz-Kreislauf-System mit Nährstoffen versorgt. Dazu muss das Blut mit einem bestimmten Druck durch die Gefäße fließen. Je nachdem, welchen Bedarf der Organismus hat, wird bei einem gesunden Menschen die Höhe des Blutdrucks entsprechend angepasst. Beispielsweise steigt der Blutdruck bei körperlichen Anstrengungen und sinkt während einer Ruhephase oder beim Schlafen.

Ist der Blutdruck allerdings auf Dauer zu hoch und wird dies nicht behandelt, steigt das Risiko von teils lebensgefährlichen Folgeerkrankungen deutlich, denn ständiger Bluthochdruck (Hypertonie) kann Organe wie das Herz, die Augen und die Nieren, die Herzkranzgefäße, das Gehirn und die Blutgefäße schädigen. Nach Studien des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist knapp jedem dritten Erwachsenen hierzulande bekannt, dass er an Hypertonie leidet, bei den ab 60-Jährigen sind es sogar mehr als 50 Prozent. Doch jeder fünfte Betroffene hat noch keine Ahnung, dass er einen zu hohen Blutdruck hat.

Schon ein ständiger Blutdruck von 140/90 mmHg ist zu hoch

Ausschlaggebend, ob man unter Hypertonie leidet, sind folgende zwei Blutwerte: der obere (systolische) Blutdruck und der untere (diastolische) Blutdruck. Der obere Blutdruckwert gibt den Druck im Inneren der Gefäße an, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und so das Blut aus dem Herz in die Gefäße drückt (Auswurfphase). Der untere Blutdruckwert zeigt den Druck in den Blutgefäßen während der Entspannungsphase des Herzens.

Die Angaben des Blutdruckes erfolgt in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Dabei entspricht 1 mmHg dem Druck, der von einer Quecksilbersäule von einem Millimeter Höhe erzeugt wird – umgerechnet auf Wasser entspricht dies einer Wassersäule von 1,36 Zentimetern. Von Bluthochdruck sprechen Gesundheitsexperten, wenn der obere Blutdruck 140 mmHg und/oder der untere Blutdruck 90 mmHg oder mehr erreicht – auch schon, wenn ein Wert überschritten ist.

Bei einem systolischen Wert von 160 mmHg muss das Herz mit jedem Schlag rund 80 Milliliter Blut auf eine Höhe von 2,2 Metern befördern – was eine enorme Belastung für die Gefäße und das Herz darstellt. Entsprechend schneller verschleißen die Organe und die Lebenserwartung sinkt.

Den Blutdruck richtig messen

Das Tückische an Hypertonie ist, dass häufig keine Symptome oder nur unspezifische Beschwerden von innerer Unruhe über Nasenbluten, Schwindel, Ohrgeräusche, Kopfschmerzen, Schlafstörungen bis hin zu Sehstörungen darauf hindeuten.

Umso wichtiger ist es, seinen Blutdruck regelmäßig selbst zu messen oder beim Hausarzt zum Beispiel bei einem Routinecheck überprüfen zu lassen. Gesundheitsexperten empfehlen nach Angaben der BZgA ab 35 Jahren eine jährliche und ab 50 Jahren eine halbjährliche Messung. Gute Blutdruckmessgeräte wie die mit dem Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga e.V. (DHL) gibt es laut BZgA bereits für rund 50 Euro.

Die Gesundheitsexperten der Deutschen Hochdruckliga e.V. (DHL) empfehlen bei der Blutdruckmessung Folgendes:

  • „Anfänglich sollte Ihr Blutdruck an beiden Armen gemessen werden. Das sollte Ihr behandelnder Arzt machen. Differenzen bis 20 mmHg sind bedeutungslos. Größere Abweichungen können zahlreiche verschiedene Ursachen haben, die vom Arzt abzuklären sind. Der Blutdruck ist danach immer an dem anfänglich bestimmten Arm zu messen.
  • Immer zur gleichen Zeit morgens und abends messen.
  • Morgens vor der Einnahme blutdrucksenkender Mittel messen.
  • Vor der Messung fünf Minuten zur Ruhe kommen. Körperliche Aktivitäten vor der Messung vermeiden.
  • Falls möglich, entspannt auf einem Stuhl sitzend an die Stuhllehne angelehnt messen. Den zu messenden Arm auf den Tisch legen. Die Füße nebeneinander aufstellen.
  • Beim Messen nicht bewegen, reden oder durch Musik bzw. Nachrichten ablenken lassen.
  • Die Blutdruckmanschette muss sich auf Herzhöhe befinden. Die Manschette der Oberarmgeräte liegt in der Regel bereits automatisch auf Herzhöhe.
  • Die Messergebnisse sollten mit Datum und Uhrzeit dokumentiert werden, falls kein digitaler Datenspeicher vorhanden ist.“

Der DHL betont zudem: „Ein zu häufiges Messen hintereinander verfälscht die Werte.“ Man sollte den Blutdruck maximal „zweimal in Folge mit einer Pause von ein bis zwei Minuten messen. Meist liegt der Wert der zweiten Messung niedriger.“ Den niedrigeren Wert gilt es zu notieren. Liegt der selbst gemessene Bluthochdruck über ein oder zwei Wochen hinweg im Schnitt über 135/85 mmHg, sollte man sich laut Gesundheitsexperten von einem Arzt untersuchen lassen. „Der vom Arzt in der Praxis gemessene Blutdruck sollte unter 140/90 mmHg liegen“, wie die Experten der DHL betonen.

Ursachen, Vorsorge und Therapie

Bluthochdruck kann unterschiedliche Ursachen haben, von erblichen Faktoren über Krankheiten wie Diabetes, Übergewicht und/oder Nikotinkonsum bis hin zu Bewegungsmangel und dauerhaftem Stress. Wer unter Bluthochdruck leidet, sollte grundsätzlich einen Arzt zurate ziehen, um abzuklären, ob eine Medikamenteneinnahme notwendig ist oder nicht. In manchen Fällen kann ein mäßiger Bluthochdruck auch durch eine Änderung der Lebensweise normalisiert werden.

Vorbeugend, aber auch therapieunterstützend bei Bluthochdruck ist eine gesunde Lebensweise wie salzarme und gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, Verzicht auf Nikotin, ausreichender Schlaf, Vermeidung oder Abbau von Übergewicht und chronischem Stress.

Weitere Informationen und Tipps zum Thema Hypertonie enthalten die Webportale des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und der DHL sowie der kostenlos downloadbare Patientenleitfaden der DHL.

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Marcus Chantraine

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