Fluch und Segen zugleich – das total vernetzte Zuhause

vernetzte Zuhause
Laut einer aktuellen Umfrage würde jeder Zweite in seinen eigenen vier Wänden am liebsten alle technischen Geräte miteinander vernetzen und digital steuern. Kein Wunder, bietet eine smarte und vernetzte Gebäudetechnik doch viel Komfort. Sie kann aber auch zum Sicherheitsrisiko werden.

Smarte Gebäude (Smart-Home), die nicht nur, aber eben auch im gewerblichen Bereich an Bedeutung gewinnen, bieten viel Komfort und nehmen den Nutzern und Bewohnern viele Entscheidungen ab. So öffnen sich beispielsweise die Rollos, wenn der Wind zu stark wird, oder die Heizung wird abgedreht, wenn das Fenster offen ist. Doch jedes Fenster, jedes Rollo und jedes Heizungsventil, das mit dem Internet verbunden ist, birgt laut Experten auch ein Risiko.

Autonom arbeitende Staubsaugerroboter, intelligente Heizkörper, smarte Beleuchtung oder vernetzte Sicherheitssysteme – das smarte, vernetzte Zuhause ist auf dem Vormarsch. Dies bestätigt die Smart Home Studie 2020 des Branchenverbands Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom). Laut dieser Studie, in der 1.465 Menschen befragt wurden, nutzen derzeit bereits 37 Prozent der Befragten Smart-Home-Anwendungen. Zum Vergleich: 2019 lag die Zahl noch bei 31 Prozent und 2018 bei 26 Prozent.

„Das vernetzte Zuhause der Zukunft ist smart. Dabei geht es nicht mehr nur um eine Lampe, die per App gesteuert wird, oder um einen Rasenmäher, der autonom das Gras kurz hält – es geht um die durchgängige Vernetzung der Geräte untereinander und ihre Steuerung über eine gemeinsame Plattform“, erklärt in diesem Zusammenhang Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Mehr Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz

In der Studie wurde auch der Frage nachgegangen, was sich die Nutzer von der Technik versprechen. Demnach zählen zu den Hauptgründen die Faktoren Komfort und Lebensqualität (72 Prozent), Sicherheit (65 Prozent) und der Wunsch, energieeffizienter zu leben (52 Prozent). Für die Nutzer über 65 Jahren spielt noch ein anderer Aspekt eine wichtige Rolle, nämlich der Wunsch, länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben zu können. Für 38 Prozent der Nutzer aus dieser Altersgruppe ist dies ein wichtiges Argument.

„Ein smartes Zuhause kann ältere Menschen effektiv unterstützen und ihnen ermöglichen, länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben. Auch wenn die Berührungsängste mit dem Alter steigen: Gerade für Senioren haben Smart-Home-Lösungen enorm viel zu bieten“, meint Rohleder.

Betrachtet man die Anwendungen, die derzeit in diesem Bereich genutzt werden, so zeigt sich, dass intelligente Lampen und Leuchten die meistverwendeten Smart-Home-Lösungen sind. 23 Prozent nutzen diese. Mit 15 Prozent folgen auf Platz zwei intelligente Heizkörperthermostate und 13 Prozent verwenden smarte Steckdosen. Außerdem besitzen 18 Prozent der Befragten bereits eine intelligente Alarmanlage und 16 Prozent ein intelligentes System zur Videoüberwachung.

Vernetzte Gebäude sind (auch) ein Sicherheitsrisiko

Interessante Erkenntnisse liefert die Studie auch auf die Frage, warum jemand noch keine Smart-Home-Anwendungen nutzt. Laut dieser Studie halten 42 Prozent der Befragten die Geräte für zu teuer.

41 Prozent meinen, dass die Bedienung zu kompliziert sei und jeder Dritte fürchtet Hackerangriffe beziehungsweise hat Angst vor dem Missbrauch seiner persönlichen Daten. Und diese Angst ist durchaus berechtigt, denn je mehr Geräte in den Haushalten vernetzt und somit aus der Ferne steuerbar sind, umso größer sind auch die Risiken.

Für Hacker und Cyberkriminelle sind die smarten Geräte ein Einfallstor in das heimische Netzwerk und alle daran angeschlossenen Smart-Home-Anwendungen. Wer sich in das IT-Netzwerk eines smarten Gebäudes einhackt, kann beispielsweise Fenster öffnen, Alarmanlagen ausschalten, Daten stehlen oder einen Diebstahl planen und durchführen, der möglicherweise lange unentdeckt bleibt. Wichtig dabei: Es genügt bereits ein schlecht gesichertes Gerät, damit Angreifer das gesamte virtuelle Zuhause kapern können.

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Sicherheitstipps

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. verweist jedoch auch in seinem Webauftritt auf den Zugewinn an Sicherheit, der mit der Installation von Smart-Home-Lösungen einhergeht. Dies betrifft zum Beispiel die Bereiche Schutz vor Einbrechern, Schutz vor Wasserschäden und verbesserten Brandschutz, beispielsweise durch vernetzte Alarmanlagen, Wasser- und/oder Brandmelder.

Allerdings warnt der GDV ebenfalls vor den möglichen Sicherheitsrisiken durch den Einsatz von Smart-Home sowie den entsprechenden Produkten und rät, folgende sicherheitsrelevante Aspekte zu beachten:

  • Ist der Datentransfer verschlüsselt?
  • Ist der Internet-Router immer auf dem neusten Softwarestand (Firmware)?
  • Sind die Smart-Home-Komponenten updatefähig?
  • Wer und wie wird über neue verfügbare Software-Updates informiert?
  • Wie und wo werden die Daten verarbeitet?
  • Welche Daten werden gespeichert und wie lange sind diese abrufbar?

Zudem spricht sich der GDV dafür aus, nur geprüfte und zertifizierte Smart-Home-Systeme zu verwenden, diese fachgerecht zu installieren (eventuell von Experten) sowie Aspekten des Datenschutzes die notwendige Aufmerksamkeit zu widmen und Sicherheitsupdates einzuspielen.

Außerdem sollten Elektrogeräte wie Waschmaschinen, Elektroherde oder Backöfen nicht unbeaufsichtigt betrieben und somit auch nicht per App aus der Ferne eingeschaltet werden. „Smart von unterwegs gesteuert, könnten sie bei einer Fehlfunktion zum Risiko für das vernetzte Zuhause werden. Wer nicht vor Ort ist, kann im Ernstfall nicht eingreifen und Schlimmeres verhindern. Mit App und Smartphone funktioniert das leider nicht“, so der GDV.

Marcus

Marcus Chantraine

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