Diebstahlschutz für Boote und Bootsteile durch Prävention?

Boote
Experten erklären, wie Bootseigentümer ihr Schiff absichern und im Falle eines Diebstahls die Fahndung erleichtern können.

Jedes Jahr richten Kriminelle in Deutschland durch den Diebstahl von Booten und Bootsteilen Schäden in Millionenhöhe an. Daher sollten Schiffseigentümer und Skipper wissen, mit welchen Präventionsmaßnahmen sich das Risiko eines Diebstahles verringern lässt. Der Diebstahlschutz fängt bereits beim Anlageplatz an. Zudem kann man die Chancen erhöhen, ein entwendetes Boot wieder aufzufinden, wenn man entsprechende Vorkehrungen wie das Ausfüllen eines Bootspasses getroffen hat.

Um Boote vor Dieben zu schützen, ist es nach Aussagen der Polizei und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) wichtig, den Kriminellen bereits den Zugang an Bord zu erschweren. Grundsätzlich sollten dazu immer die Türen und Fenster der Kajüte am besten mit speziellen Sicherungen verschlossen sein, auch wenn das Boot nur kurz im Hafen liegt. Laut Polizei sollte man abgelegene Steganlagen meiden und bei einer längeren Abwesenheit Stegnachbarn und Hafenmeister informieren, damit diese wachsamer sind.

Auch eine versteckte Absperrung der Benzinzufuhr, eine Sperre des Steuerrads oder der Pinne sowie neben der Liegeplatzvertäuung eine zusätzliche Sicherung mit Stahlketten erschwert einen Diebstahl. Ebenso wie eine Einbruchmeldeanlage mit akustischen und/oder optischen Signalen, die im Falle des Falles direkt eine Notserviceleitstelle informiert. Steht das Boot auf einem Trailer, sollte dieser gegen Diebstahl unter anderem durch eine Kupplungssicherung, durch Radkrallen oder aber auch durch Stahlständer als Radersatz und eine zusätzliche Absicherung mit Ketten gesichert werden.

Teilediebstahl verhindern

Besonders begehrt bei Dieben sind aber auch Bootsteile wie Außenbordmotoren und das Inventar wie Navigationsgeräte. Um solch einen Teildiebstahl zu verhindern, ist es zum Beispiel sinnvoll, Außenbordmotoren mit besonders schwer zu knackenden Schlössern, wie einem VdS– oder gleichwertig zertifiziertem Schloss, das über die Knebelschrauben reicht, zu sichern.

„Ebenso empfiehlt es sich“, so der GDV, „die Motoren von der Wasserschutzpolizei codieren zu lassen – das macht sie für Diebe uninteressanter. Leichte Außenborder auf kleinen Sportbooten sollten bei längerer Abwesenheit besser abgenommen und zu Hause aufbewahrt werden. Kriminelle zersägen sonst einfach den Spiegel, nehmen den Motor mit und hinterlassen ein zerstörtes Boot.“

Leicht demontierbares oder tragbares Zubehör wie Ferngläser oder ein transportabler Tank sollten bei längerer Abwesenheit nicht an Bord bleiben. Die Polizei rät zudem, die Gardinen am Schiff geöffnet zu lassen, damit Kriminelle gleich erkennen, dass im Schiffsinneren nichts Wertvolles zu stehlen ist.

Per Peilsender den Dieben auf der Spur

Wurde das Boot gestohlen, hilft ein verbautes Ortungssystem wie ein unauffällig positionierter GPS-Peilsender beim Wiederauffinden. Eine ausführliche Beschreibung der Schiffsmerkmale erleichtert zudem die Identifikation eines Bootes und damit auch die Fahndung der Polizei. Um keine wichtigen Daten und Merkmale zu vergessen, empfiehlt sich diesbezüglich das Ausfüllen eines Bootspasses.

Einen solchen Bootspass gibt es in der Regel kostenlos beim jeweiligen Schiffsversicherer, aber auch zum Herunterladen auf den Internetseiten für Skipper des GDV, sowie bei der Polizei unter www.polizei-beratung.de. Der Pass sollte immer auf dem neuesten Stand gehalten und beispielsweise der nachträgliche An- oder Einbau von Zusatzgeräten oder erledigte größere Reparaturen vermerkt werden. Er sollte zudem nicht im Boot aufbewahrt werden.

Hilfreich sind zudem Bilder vom Schiff und vom Schiffszubehör aus verschiedenen Perspektiven, die zusammen mit dem Bootspass aufbewahrt werden. Die Polizei rät zudem bei Booten, Außenmotoren und anderem hochwertigen Zubehör, das aus festem Material wie Metall oder hartem Kunststoff besteht, eine zusätzliche individuelle Nummer eingravieren (codieren) zu lassen und diese ebenfalls im Bootspass zu vermerken.

Weitere Tipps für Skipper und solche, die es werden wollen

Weitere Tipps zum Diebstahlschutz enthält der kostenlos downloadbare Flyer „Diebstahlprävention in der Sportschifffahrt“ des Wasserschutz-Polizeiamtes Rheinland-Pfalz. Worauf Käufer eines gebrauchten Bootes achten sollten, um nicht unwissentlich ein gestohlenes Schiff zu kaufen, enthält der Ratgeber „Risiken beim Kauf eines gebrauchten Bootes“ der Wasserschutzpolizei Baden-Württemberg.

Übrigens, der Verlust oder die Beschädigung eines Motor- oder Segelbootes durch Feuer, höhere Gewalt, Unfall, Kentern und Sinken oder eben auch durch Diebstahl kann mit einer Bootskaskoversicherung abgesichert werden. Je nach Vertragsvereinbarung leistet der Versicherer zudem bei Schäden, die bei Land- und Fährtransporten innerhalb Europas und/oder als Folge eines Konstruktions-, Fabrikations- und Materialfehlers entstanden sind.

Je nach Alter des Bootes wird oftmals optional auch eine Neuwertversicherung angeboten. Damit wird nicht wie sonst üblich nur der Marktwert, also der Wert des Schiffes zum Zeitpunkt des Schadens, erstattet, sondern der tatsächliche Preis, den man für den Neukauf des Bootes bezahlen müsste. Vereinbart werden kann in vielen Fällen auch eine Kostenübernahme für eine eventuell notwendige Wrackbeseitigung. Über weitere Details, was über eine Bootsversicherung abgesichert werden kann, informieren wir auf Wunsch.

Marcus

Marcus Chantraine

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