Die Folgen einer dauerhaften Internetnutzung

Internetnutzung
Heutzutage ist es normal, ständig und überall online zu sein. Doch dies birgt auch gesundheitliche Risiken, wie eine Umfrage einer Krankenkasse ergab.

Laut einer Studie einer gesetzlichen Krankenkasse, der Techniker Krankenkasse, sind mehr als drei von vier Erwachsenen fast jeden Tag in ihrer Freizeit online. Die Befragung zur Studie ergab zudem, je länger die tägliche private Internetnutzung ist, umso höher sind die gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Die jüngst veröffentlichte Studie mit dem Titel „Schalt mal ab, Deutschland!“ der Techniker Krankenkasse, eines Trägers der gesetzlichen Krankenversicherung, beschäftigt sich mit den Folgen und den Gewohnheiten im Umgang mit dem Internet im Privat- und Berufsleben. Dazu hat das Meinungsforschungs-Institut Forsa im Oktober 2020 hierzulande rund 1.250 Erwachsene befragt. Ein Ergebnis ist, dass über drei Viertel der Erwachsenen, nämlich 76 Prozent, auch außerhalb des Berufes jeden Tag online sind.

Bei den 18- bis 33-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 92 Prozent, bei den 34- bis 49-Jährigen bei 79 Prozent und bei den 50- bis 65-Jährigen gaben immer noch 63 Prozent an, täglich das Internet zu nutzen. Die private Internetnutzung erweist sich bei der Mehrheit der Befragten zudem als wahrer „Zeiträuber“. So gaben 60 Prozent an, dass sie mindestens ein bis fünf Stunden täglich in ihrer Freizeit online sind. Neun Prozent erklärten, dass sie privat sogar länger als fünf Stunden am Tag im Internet sind. Dabei versuchen 87 Prozent nach eigenen Angaben, privat möglichst wenig Zeit online zu sein.

Unterschiede einer exzessiven privaten Internetnutzung …

Dieser Vorsatz ist jedoch nicht nur sinnvoll, um mehr Zeit für andere Dinge wie Familie, Freunde und Hobbys zu haben. Laut Studie zeigt sich nämlich „ein deutlicher Zusammenhang zwischen Internetkonsum und körperlichen und vor allem psychischen Problemen“. Die Befragung ergab, dass Viel-Surfer, also diejenigen, die privat mehr als fünf Stunden am Tag online sind, deutlich häufiger mit psychischen Auswirkungen kämpfen als andere, die weniger das Internet nutzen. So leiden nach eigenen Angaben bei den Viel-Surfern 40 Prozent an Depressionen und 38 Prozent an Nervosität.

Bei den Internetnutzern, die täglich bis maximal fünf Stunden online sind, hatten dagegen nur 16 bis 23 Prozent mit Depressionen und 18 bis 24 Prozent mit Nervosität oder Gereiztheit zu kämpfen. Auch unter Konzentrationsstörungen leiden 30 Prozent der Viel-Surfer, aber nur 22 Prozent derjenigen, die weniger als eine Stunde täglich privat online sind. Weitere Leiden, die alle Internetnutzer beklagen, und die laut den Ergebnissen nur wenig von der Nutzungsdauer abhängen, sind Erschöpfungszustände (32 bis 44 Prozent) und Müdigkeit (34 bis 42 Prozent).

Es gibt laut Studie zudem eine Besonderheit: „Körperliche Symptome wie Muskelverspannungen treten in allen Gruppen am häufigsten auf, sind aber bei der Gruppe der Vielsurfer im Vergleich am niedrigsten.“ Während von den Personen, die das Internet zwei Stunden oder länger am Tag privat nutzen, sich nur 59 Prozent über Muskelverspannungen wie Nacken- oder Rückenschmerzen beklagten, waren es bei denjenigen, die weniger als zwei Stunden täglich online sind, bis zu 65 Prozent.

… und einer beruflichen Internetnutzung

Bei den Personen, die täglich beruflich online sind, ist auch der Anteil derjenigen, die an Muskelverspannungen leiden, im Vergleich zu anderen gesundheitlichen Beschwerden mit 57 bis 64 Prozent ebenfalls am höchsten. Hier gibt es jedoch keinen eindeutigen Zusammenhang mit der Internetnutzungsdauer.

Dies gilt auch für viele andere angegebene Leiden. So litten sogar deutlich mehr Leute, die unter einer Stunde am Tag beruflich online sind, an Müdigkeit (42 Prozent), Konzentrationsstörungen (33 Prozent), depressiven Symptomen (26 Prozent) und Nervosität (22 Prozent) als Vielnutzer.

Zum Vergleich: Bei Personen, die länger als fünf Stunden am Tag im Job das Internet nutzten, klagten „nur“ 36 Prozent darüber, an Müdigkeit, 23 Prozent an Konzentrationsproblemen, 18 Prozent an Depressionen und 14 Prozent an Nervosität zu leiden. Bei denjenigen, die angaben, dass sie an Erschöpfung leiden, lag jedoch der Anteil der Wenig-Nutzer mit 34 Prozent deutlich unter dem der Viel-Nutzer mit 41 Prozent.

Offline-Zeiten sind wichtig

Die Studie zeigt zudem, dass Personen, die gleichzeitig mit mehr Geräten zum Beispiel mit dem PC und dem Smartphone online surfen (Stichwort: Secondscreen), fast 1,5-Mal häufiger unter Erschöpfung leiden als Internetnutzer, die sich nur auf einen Bildschirm konzentrieren. Insgesamt gaben vier von zehn Befragten an, täglich parallel an zwei oder mehr Bildschirmgeräten online zu sein, bei den Viel-Nutzern waren es sogar 92 Prozent.

Aufgrund der Studienerkenntnisse betont Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK: „Das Internet und die Digitalisierung sind in vielen Lebensbereichen ein großer Gewinn und erleichtern uns den Alltag enorm – gerade jetzt in der Corona-Pandemie. Doch unser Online-Leben darf nicht zulasten der Gesundheit gehen. Da ist jeder Einzelne gefragt, sein Digitalverhalten kritisch zu hinterfragen und auch für regelmäßige Pausen und Offline-Zeiten zu sorgen.“

Prof. Dr. Ines Sura, Professorin für Medienpädagogik und Medienbildung an der Universität Greifswald weiß: „Jede Aktion auf dem Smartphone erreicht unser Belohnungssystem im Gehirn und verleitet somit dazu, länger online zu sein als geplant.“ Zudem seien viele Online-Angebote laut Prof. Dr. Sura „so konzipiert, dass sie die Menschen möglichst lange an den Bildschirm fesseln“. „Diesem Mechanismus gilt es bewusst gewählte Rituale entgegenzusetzen. Beispielsweise durch feste Zeiten zum Abruf von E-Mails und Nachrichten oder das medienfreie Schlafzimmer“, rät die Medienexpertin.

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Marcus Chantraine

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